Nach Bohrungen und umfangreichen Brunnenprüfungen gilt das DemoCELL-Projekt in Ahnsbeck nun als das fortschrittlichste und erfolgreichste tiefe Geothermieprojekt im Staat Niedersachsen in Deutschland. Geothermische Ressourcen mit einer Temperatur von 113 °C in einer Tiefe von 2500 Metern wurden verifiziert und werden bald zur Fernwärme genutzt.
„Nirgendwo in Niedersachsen sind wir so weit fortgeschritten wie hier“, sagte Carsten Mühlenmeier, Präsident des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), während eines Besuchs der Bohranlage in der Nähe von Ahnsbeck. Das DemoCELL-Projekt ist eine Zusammenarbeit zwischen der Georg-August-Universität Göttingen und Baker Hughes. Der Studienstandort gehört zu einem Geothermie-Erforschungsgebiet, das 2023 vom LBEG an Baker Hughes vergeben wurde.
Eine außergewöhnliche Qualität der geothermischen Ressourcen
Wie Dr. Oliver Höhne, Projektleiter bei Baker Hughes, erklärt, werden unter durchschnittlichen Bedingungen nur 75 °C in 2500 Metern Tiefe erwartet. Durch die verschiedenen Tests und Studien, die die Experten von Baker Hughes am Standort durchgeführt haben, hatten sie bereits erwartet, dass sie sich auf einem Hotspot befinden.
Dr. Matthias Franz von der Universität Göttingen erklärt weiter, dass die geothermischen Ressourcen in einer 40 Meter dicken Schicht des Rhät-Sandsteins beherbergt sind. Die Reservoirbildung an diesem Standort war von außergewöhnlich hoher Qualität, und es war unwahrscheinlich, dass solche Bedingungen nur wenige Kilometer weiter südlich zu finden sind. Die gleiche Formation corresponded mit der in Mecklenburg-Vorpommern, wo die tiefen Geothermieprojekte in Waren an der Müritz und Neustadt-Glewe seit 1984 bzw. 1994 erfolgreich geothermische Energie liefern.
Das Potenzial für Fernwärme
Holger Schwenke, Geschäftsführer der Stromversorgung Osthannover Holding GmbH (SVO), versichert, dass die Haushalte in Celle in Zukunft mit Wärme aus Geothermie versorgt werden. Die umliegenden Orte Ahnsbeck und Lachendorf müssen jedoch zunächst an die Quelle angeschlossen werden. Abwärme aus der Papierfabrik kann dann verwendet werden, um die Wärmeversorgung zu erhöhen und die 12 Kilometer bis Celle zu überbrücken. In Celle gibt es eine erhebliche Wärmennachfrage, insbesondere im mittelalterlichen Stadtzentrum.
Schwenke erklärte weiter, dass das Unternehmen nun nur noch auf die Genehmigung von Fördermitteln durch das Bundesministerium für Wirtschaft wartet.
Ein starker Schub für Geothermie in Niedersachsen
„Wir haben jetzt 42 Genehmigungen für die Geothermie-Erforschung erteilt, 32 davon in Niedersachsen“, erklärt Mühlenmeier. Neben Niedersachsen hat die Behörde auch sieben Genehmigungen in Schleswig-Holstein, zwei in Bremen und eine in Hamburg erteilt. All diese Gebiete fallen ebenfalls in den Zuständigkeitsbereich des LBEG.
Die vom LBEG erteilten Genehmigungen geben den Unternehmen das Recht, nach geothermischen Ressourcen zu suchen. Das Entdeckungsrisiko bleibt jedoch in dieser Phase ein Hindernis, insbesondere wenn tiefere geothermische Ressourcen angestrebt werden. Dies ist in Ahnsbeck nach den Bohr- und Brunnenprüfungsphasen jedoch nicht mehr der Fall. „Hier steht jetzt fast unbegrenzt Energie zur Verfügung“, erklärt Mühlenmeier. „Ahnsbeck kann ein Schaufensterprojekt werden.“
Neben seiner Rolle als Bergbaubehörde ist das LBEG auch der Niedersächsische Geothermiedienst (NGD), der technisch neutrale und wirtschaftlich unabhängige Beratung zu oberflächennaher und tiefer Geothermie bietet und geowissenschaftliche Grundlagen erstellt und pflegt.
17.09.2025
Ahnsbeck wird ein geothermisches Vorzeigprojekt für Niedersachsen, Deutschland.
